Dialog Schule - Wirtschaft: Ein Erfolgsmodell

3. September 2019

Am vergangenen Donnerstag lud der Industrie- und Handelsverein der Region Frauenfeld (IHF) zum alljährlichen DIALOG Schule – Wirtschaft ein. In diesem Jahr konnte ein Teilnahmerekord verzeichnet werden. Zu den 100 Gästen zählten Vertreter der regionalen Betriebe, des kantonalen Amtes für Berufsbildung und –beratung, Schulleiter sowie Klassenlehrer.

Gemeinsam mit den Sekundarschulen der Region wird beim DIALOG Schule – Wirtschaft die Vernetzung der Schulen mit der regionalen Wirtschaft gefördert. Zudem dient die Veranstaltung der Optimierung des Berufsfindungsprozesses und des Übertritts der Jugendlichen ins Berufsleben. Dem IHF liegt das Ressort «Ausbildung und Schule» besonders am Herzen, eine gute Ausbildung bildet schliesslich die Basis für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Zukunft. Aus den Treffen zwischen Schule und Wirtschaft sind bereits wertvolle Projekte wie der Berufswahlparcours und das Projekt «Leistungsfähig durch individuelle Förderung und praktische Tätigkeit» (LIFT) hervorgegangen. Dieses Jahr war die Serto AG in Frauenfeld der Gastgeber. Neue Arbeitswelt Matthias Mölleney, ehemaliger Personalchef von Swissair, Centerpulse und Unaxis, referierte zum Schwerpunktthema «Zukünftige Arbeitswelt: Bedarfe und Einflüsse auf die (Schul-/Berufs-) Bildung». Für Mölleney wird sich die Digitalisierung auf die Strukturen der Arbeitswelt auswirken. Neue Denkmuster würden nötig werden, die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine werde neu definiert. Infolgedessen würden neue Berufsbilder auftauchen und bestehende wegfallen. Gefragt seien dann insbesondere Schnelligkeit und Flexibilität. «Nicht die Grossen werden in Zukunft die Gewinner sein, sondern die Schnellen», sagt Mölleney. Um diese Schnelligkeit zu erreichen, müssten die Mitarbeitenden sich vermehrt selbst organisieren, Hierarchien abgebaut und Netzwerke etabliert werden. Statt Vorgesetzten gäbe es künftig «Vorgenetzte». Damit Mitarbeitende dies alles leisten könnten, benötigten sie Respekt, Vertrauen und Wertschätzung. Mölleney schlussfolgert daraus die Notwendigkeit, dass Schulen digitale Instrumente in die Bildungsangebote integrieren, Systeme künstlicher Intelligenz in der Bildung einsetzen, autonomes Lernen miteinbeziehen und Fähigkeiten zum Stellen relevanter Fragen entwickeln. In einer Podiumsdiskussion vertieften Vertreter der Wirtschaft und der Schulen diese Thematik. Sie waren sich einig, Geschwindigkeit nicht negativ zu werten, sondern als Chance zu begreifen. Schon in der Schule müsse gelehrt und praktiziert werden, mit Veränderungen und Unsicherheiten umzugehen. Und von grosser Bedeutung bleibe: Verantwortung zu übernehmen.

[ Bildlegende ]: Podiumsteilnehmer: Matthias Mölleney, peopleXpert gmbh; Kaspar Furrer, Schweizer Zucker AG; Florian Küng, Geschäftsführer BlumenGarten Küng AG, Andreas Wirth, Schulpräsident Frauenfeld, Gerold Eger Geschäftsführer Baumer Electric AG

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