Infoveranstaltung "Digital@IHF - Best Practice"

27. Juli 2018

Der Schwerpunkt des Wirkens des IHF zielt dieses Jahr auf das Thema «Digitalisierung» ab. In Anlehnung daran stand auch die Infoveranstaltung am 2. Juli 2018 unter dem Motto «Digital@IHF – Best Practice». Statt der Betriebsbesichtigung eines Mitgliedsbetriebes wie in früheren Jahren, hatte der Vorstand beschlossen den Mitgliedern anhand von Best Practice Beispielen aufzuzeigen, wie 3 Mitgliedsfirmen ihre Arbeitsabläufe digitalisiert haben. Ein Novum war auch der Zeitpunkt der Veranstaltung. Nicht mehr am Abend, sondern von 11:00 h bis 14:00 h trafen sich erfreulich viele Vertreter von IHF-Mitgliedsfirmen bei der Janico Holding AG als Gastgeber.

Nach der Begrüssung durch den IHF-Präsidenten Oliver Vietze und dem Janico-CEO Pablo Moirón folgten 3 Referate mit anschaulichen Beispielen zur Digitalisierung.

«Einstieg in Virtual Reality» - Tuchschmid AG

Zu Beginn berichtete Tobias Hohermuth, Geschäftsleiter der Tuchschmid AG, über den Einsatz von Virtual Reality bei der 3D-Planung im Stahlbau. Unter Virtual Reality versteht man die Darstellung und gleichzeitige Wahrnehmung der Wirklichkeit und ihrer physikalischen Eigenschaften in einer computergenerierten, interaktiven virtuellen Umgebung. Aktuell setzt Tuchschmid Virtual Reality bei Testanwendungen für einzelne Objekte ein, zur Visualisierung von Detaillösungen und als Marketinginstrument an Messen und Kundenveranstaltungen. Für die Zukunft sieht man weitere Einsatzmöglichkeiten in der Verkaufsphase bei der Kommunikation mit Kunden, in der Koordination mit Planern und Nebengewerken und der Simulation von Fabrikations- und Montageabläufen.

«Digitales, papierloses Controlling» - Baumer-Group

Severino Bruno, CFO der Baumer Group, referierte anschliessend zum «Digitalen Kreditoren-Workflow». Mussten beim manuellen Kreditorenprozess noch mühsam und zeitintensiv die Rechnungen den Lieferscheinen, Bestellungen und Bestellern zugeordnet oder die Bestellpreise, die gelieferten Mengen und die verrechneten Preise manuell geprüft sowie eine physische Ablage und Archiv geführt werden, setzte mit der Digitalisierung der Rechnungsdaten ein neues Zeitalter ein. Mit Hilfe einer Software, dem sogenannten Interpreter, werden die Rechnungsdaten durch OCR-Schrifterkennung ausgelesen und Rechnungsinformationen dem ERP-System zur Verfügung gestellt. Hierbei werden die Rechnungsdaten automatisch gescannt, interpretiert, verifiziert, transferiert, geprüft und zur Zahlung freigegeben. Für das Unternehmen bedeutet das Digitalisieren der Rechnungsdaten eine enorme Effizienzsteigerung, höhere Qualität und die Rückverfolgbarkeit gemäss IKS ist ebenfalls garantiert.

«Kundenbindung durch EDI/XML» - Plica AG

Das Referat von Uwe Zahnd, Leiter Verkauf Innendienst der Plica AG, zeigte die Nutzung von elektronischer Kundenanbindung via EDI/XML-Schnittstellen.

Der grundlegende und entscheidende Vorteil bei der Nutzung von EDI/XML liegt in der hohen Geschwindigkeit der elektronischen Übertragung und der Vermeidung menschlicher Fehler bei der Übertragung von Informationen von der einen zur anderen Firma. Dadurch wird es möglich, Geschäftsprozesse interventionsfrei zwischen den Anwendungsprogrammen der beteiligten Partner auszutauschen. Daraus ergibt sich die maximale Rationalisierung eines Geschäftsprozesses. Von der Bestellung, über die Auftragsbestätigung bis hin zur Rechnung läuft alles digital ab, ohne Eingriffe. Erst der Lieferschein wird zum ersten physischen Papier das dem Versand beigelegt wird. Gearbeitet wird mit einer XML-Schnittstelle (eXtensible Markup Language), einem textbasierten Datenformat. XML-Daten können in einem Editor geöffnet und bearbeitet werden. Zudem können Computer das XML-Format lesen und schreiben.

Nach den drei Beiträgen konnte ein sehr positives Resümee gezogen werden. Die Teilnehmer waren beeindruckt von den vorgestellten und aktiv gelebten Digitalisierungsmassnahmen der IHF-Mitglieder unserer Region. Beim anschliessenden, von der Janico Holding AG offerierten Lunch, bot sich ausgiebig Gelegenheit in tiefgründige Diskussionen einzusteigen. Selbst Virtual Reality wurde in einem separaten Raum „erlebbar“ gemacht, was rege genutzt wurde. Daraus resultierten letztendlich einige Absprachen zwecks gegenseitigen Besuchen zum Austausch, um die gesammelten Erfahrungen zu teilen und Anregungen zur Umsetzung zu erhalten. Ein letztlich rundum gelungener Anlass von und für die IHF-Mitglieder.

[zurück]