Tag der Frauenfelder Wirtschaft

4. September 2019

Frauenfeld

An der 8. Austragung des Tags der Frauenfelder Wirtschaft liessen sich am Morgen- und Abendanlass insgesamt über 500 Personen inspirieren. Unter dem Motto «Sinnvoll» erlebten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer «Führung» aus den unterschiedlichsten Betrachtungsweisen. Die sinnvoll investierte Zeit wurde mit ganz vielen Eindrücken belohnt.

Bereits zum achten Mal führten der Industrie- und Handelsverein der Region Frauenfeld, der Gewerbeverein der Region Frauenfeld und die Stadt Frauenfeld den Tag der Frauenfelder Wirtschaft durch. Am Morgen hiess es im Frauenfelder Rathaus den Sinnen vertrauen. Chantal Cavin, die erfolgreiche Ausdauer- und Extremsportlerin, ist seit einem Sportunfall blind. Sie nahm die Gäste im Rathaus in ihre Welt mit und erklärte auf eindrucksvolle Art und Weise, wie es ist, sich immer von jemandem führen zu lassen und zu vertrauen. Ihre grosse Leidenschaft für den Sport und die Leistung konnte sie den Anwesenden auf eindrückliche Art und Weise vermitteln. Am Abendanlass «Wirtschaft live» nahmen rund 300 Besucherinnen und Besucher teil. Die beeindruckende Kulisse stellte die Pasta Premium in diesem Jahr zur Verfügung. Beat Grüter, Inhaber der Pasta Premium, liess es sich dann auch nicht nehmen, seine pointierte Willkommensbotschaft auf dem Lift seines neuen Hochregallagers im Neubau zu halten. Barbara Josef führte als fundierte Kennerin der verschiedenen Arbeitswelten charmant und professionell durch den Abend. Zu Beginn des Abends gewährte Frau Dr. des Christina Block von der energyfactory in St. Gallen einen wissenschaftlichen Einblick in das Leadership von verschiedenen Unternehmensformen. Vor- und Nachteile, Wollen und Können, Zulassen und Befähigen – verschiedene Aspekte tragen zu einer inspirierenden Führung bei. Fazit ihrer Ausführungen war, dass man als Führungsperson seinen Teammitgliedern Visionen vermitteln soll. Dazu gehören Weitblick, Sinn und auch Orientierung. Sie forderte die Anwesenden auf, sich selber zu fragen, warum sie jeden Morgen zur Arbeit fahren. Zur Diskussion zum Thema «Führung von Morgen» gesellten sich zwei Wirtschaftsvertreter von unterschiedlich gelagerten Unternehmen. Zum einen Markus Biedermann, CEO der Delta Security und zum anderen Tonio Zemp, ehemaliges Mitglied der ehemaligen Geschäftsleitung der Softwarefirma Lipp in Zürich. So lautet auch Zemp’s Linkedin Profilbeschrieb. Tonio Zemp hat vor rund drei Jahren in seinem Unternehmen mit 180 Personen das Organisationsmodell Holacracy eingeführt und sich und seine Geschäftsleitungskollegen sozusagen abgeschafft. Die Mitarbeitenden von Lipp bekleiden heute keine Positionen mehr, sondern Rollen, wobei die Mitarbeitenden auch mehrere Rollen innehaben können. Als Kontrast dann die Aussagen von Markus Biedermann, der mit seinen Teams für die Sicherheit von Menschen sorgt und nach vorgegebenen Prozessen und Mustern in Notfallszenarien handeln muss. Da bleibt kein Platz für individuelle Entscheidungen jedes einzelnen Mitarbeiters. Durch die ausgezeichnete Führung der Diskussion und den wissenschaftlichen Input von Frau Dr. des. Christina Block entwickelte sich eine abwechslungsreiche, inspirierende Gesprächsrunde. Als Novum konnten die Gäste im Pasta Premium-Neubau auch an der Diskussion aktiv partizipieren. Sei es mit Live-Abstimmungen über das Handy, direkten Voten aus dem Plenum oder direkt auf der Bühne. Neue Organisationsformen sind immer eine Betrachtung wert. Und es gehört auch zur Aufgabe von Führungskräften, sich mit neuen Führungsformen auseinanderzusetzen. Man muss sich aber auch eingestehen können, dass nicht jede Organisationform zum eigenen Unternehmen passt. Zum ersten Mal wurden die Voten und Diskussionen von einem Graphic Recorder in einer umfassenden Illustration festgehalten. Nach der Diskussion rund um moderne Arbeitsorganisationsformen wurde es dann wieder etwas traditioneller. Bei Gehacktem mit Hörnli und einem Glas Wein war Raum vorhanden, um sich unter den Gästen zu den gehörten Aspekten auszutauschen und den Abend in der Heimat der gerade verspeisten Hörnli ausklingen zu lassen. (TZ) Impressionen finden Sie in der Bildergalerie

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